Über die Automaten in Japan

Überall stehen sie: Getränkeautomaten. Im Winter mit einer Auswahl an kalten sowie an immer warmen Getränken, im Sommer ausschließlich mit einer Fülle an Kaltgetränken. Oft mit praktischer Bezahlfunktion per Debit-Karte. In auffälligen Lackierungen in der Stadt. In zurückhaltenden erdfarbenen Lackierungen in ländlichen Regionen. Es gibt sie in tief und flach. In breit und schmal. Alleine oder in der Gruppe. Alt oder neu. Nachts beleuchtet oder dunkel. Manchmal smart, sodass die Beleuchtung nur an geht, wenn jemand vor ihnen steht. Manchmal sogar mit LEDs, die im Dunklen ein Bewegungsmuster, z.B. eine Wellenform, animieren. Manchmal teuer - wenn wenig Wettbewerb in der Nähe ist - und manchmal günstig (“Price Down. 100¥”). Von vielen verschiedenen Marken. Sehr oft von einem großen Hersteller koffeinhaltiger Erfrischungsgetränke aus den USA. Aber immer: vorhanden. Innerorts, wenn gerade nicht in Sicht, dann um die nächste Straßenecke.

Und dann weitere Arten von Automaten: Für fertig hergestellt Nudelsuppe, für Snacks, für Eis, für allerlei Kaffee, frisch aufgebrüht. Zu den warmen Getränken gesellt sich im Winter sogar eine warme Mais-Suppe aus der Dose. Vielleicht finde ich noch mehr Arten. Ich werde ein Update senden.

Mit ihrem verheißungsvollen Geblinke, den Lichternanimationen und ihrer Allgegenwärtigkeit sind sie eine riesige Versuchung und schaffen es, mir durschnittlich wohl 200¥ pro Tag abzuknöpfen. Sie kriegen mich immer wieder. Aber es macht auch einfach Spaß. Kling, pling, kling, drück, DENG - ein kühles oder heißes Getränk fällt heraus. Aber zum Glück kann ich dann immer auch irgendwann keine süßen Getränke oder Kaffee/Tee mehr sehen, wodurch sich mein Konsum von selbst reguliert.

Am Ende bleibt mir aber zu sagen: Ich genieße das jedes Mal wieder, denn ich weiß auch, dass wir in Europa sowas nicht haben. Warum eigentlich nicht? Der Grund ist wahrscheinlich so simpel wie schade..

Gerade ist Halloween. Ein Japaner hat mir erzählt, dass Halloween hier kein so großes Ding sei. Das ist meiner Meinung nach aber das falscheste, was mir hier bisher erzählt wurde. Vor allem in den großen Stadtzentren gehen derzeit enorm viele junge Leute im Halloween-Styling aus. Beim Kindergarten nebenan waren heute viele Kinder verkleidet. Vielerorts haben Geschäfte und Gastronomie Halloween-Deko und -Spezialangebote. Aber mag sein, dass er meinte, nicht alle verkleiden sich. Das stimmt, es sind vor allem die Party-hungrigen jungen Leute. Und die Geschäfte machen es hauptsächlich, um Kunden anzulocken. Warum erzähle ich das überhaupt? Wenn ich mal irgendwann mehr Zeit und Muße habe, dann werde ich mir ein Kostüm bauen, das einen echten japanischen Getränkeautomaten darstellt. Mit kalten und warmen Getränken. Und wenn jemand eine Taste auf mir drückt, dann verteile ich die Maissuppe.

Wie gruseling wäre die Vorstellung denn, dass diese blinkenden eckigen Dinger in der Nacht von Halloween plötzlich alle zum Leben erwachen würden. Sie wären überall. Muhahaha! — Nicht gruselig? Na gut, dann halt nicht.. Tatsächlich wurden Kostüme dieser Art bereits in Japan verkauft, jedoch zu einem anderen Zweck.

UPDATES

Vending Machines, Babyyyy: https://www.nippon.com/en/japan-topics/g01112/

Kein Kommentar: https://japantoday.com/category/picture-of-the-day/no-customers

Ein paar weitere Vending Machines (27.11.2022)

Ich stolpere immer wieder über neue interessante Automaten:

“Scheinheilig” in Asakusa:

Geschlossen in Kamakura:

Spielzeuge in einem Metro-Bahnhof:

Danke an meinen Nachbar Oscar für diese tollen Exemplare:

Mhmm, frische Sahne:

Pika-Pika!!